Sektorenkopplung auf Systemebene

Wohin mit den immer größeren Mengen an Wind- und Solarstrom, die zeitweise keine Abnehmer finden? Diese Kernfrage gilt es zu beantworten, um die nächste Stufe der Energiewende einzuleiten. Ein zentraler Lösungsansatz ist, diesen Strom in andere Sektoren umzuleiten – dorthin, wo ebenfalls große Energiemengen nachgefragt werden. Technologisch ist das möglich, indem die bestehenden Infrastrukturen des deutschen Strom- und Gassystems miteinander gekoppelt werden. Als Brücke zwischen den einzelnen Systemen sollen dabei Power-to-Gas-Anlagen fungieren. Sie ermöglichen die Transformation von Strom in Wasserstoff – ein wichtiger Rohstoff und umweltfreundlicher Energieträger, der in allen Sektoren eingesetzt werden kann. Ähnliches gilt für synthetisches Methan, das wiederum aus dem Wasserstoff gewonnen werden kann.

Bisher fanden die Transformation und der Transport von Energie immer innerhalb eines Sektors statt. Am Beispiel des Stromtransports: Erzeugungsanlagen speisen Strom in das Netz ein.
Dieser Strom wird dann über die Leitungen übertragen, über Strom-Transformatoren auf andere Spannungsebenen geleitet und dort weiter transportiert – bis er beim Endkunden angekommen ist. Der Gastransport funktioniert ähnlich – vom Transport- über das Regional- bis ins Verteilnetz. Der Ansatz über Power-to-Gas eröffnet die Option, die Energie auch zwischen den Sektoren zu transportieren. Dabei wird Strom in der Power-to-Gas-Anlage – dem sogenannten Sektorentransformator – in Wasserstoff umgewandelt und über das Gassystem zur jeweiligen Verbrauchsstelle transportiert.

Das Piktogramm zeigt exemplarisch den Ablauf der Sektorenkopplung auf Systemebene.